Wenn man die großen spirituellen Meister der abendländischen Geschichte, wie Franz von Assisi oder Meister Eckhart,von ihrem kirchlichen Ballast befreit und durch die Linse der Lazarus-Physik betrachtet, offenbart sich ein erstaunliches Bild. Sie sprachen nicht in erster Linie über Moral, Sünde oder das Verdienen eines Himmelsplatzes. Sie sprachen über radikale System-Entkopplung.

​Ihre Kernlehre trug einen Namen, der im modernen, rastlosen Alltagsbetrieb wie eine Provokation klingt: Das Loslassen.

​​Als der junge Franziskus im 13. Jahrhundert in Assisi vor den Augen des Bischofs und der versammelten Bürgerschaft alle seine prächtigen Kleider von sich warf und nackt dastand, tat er weit mehr als nur ein frommes Gelübde abzulegen.

​Er kündigte den Vertrag mit der Matrix. Die feinen Gewänder, das Geld des Vaters und der gesellschaftliche Status waren die festen Rollen, die das System für seinen Avatar vorgesehen hatte.

Indem er sich barfuß, arm und besitzlos der Natur und den Tieren zuwandte, schaltete er die künstlichen Reize und den Konsum ab. Er verweigerte dem System jede Zufuhr von Loosh über Angst, Statussymbole oder materiellen Mangel.

​Was die Kirche später als rührselige „Armutsromantik“ verklärte, war in Wahrheit ein kompromissloser Hack: Wer nichts mehr besitzt, das die Matrix ihm wegnehmen kann, und wer keine Angst vor dem Verlust des Avatars hat, wird für das System ungreifbar.

​Ein Jahrhundert später ging der deutsche Mystiker Meister Eckhart gedanklich noch viel weiter tief in den Quellcode. Seine zentrale Forderung hieß Abgeschiedenheit (Gelassenheit).

​Eckhart lehrte, dass der Mensch nicht auf einen äußeren Gott im Himmel schauen soll, sondern in den tiefsten Grund seiner eigenen Seele – dorthin, wo das unerschaffene Licht brennt. In der modernen Sprache: Er sprach vom G-Kern, dem reinen Beobachter, der unabhängig vom biologischen Terminal existiert.

​Solange der Geist vollgestopft ist mit den Programmen der Welt, mit Meinungen, Ängsten, Rollen und Dogmen, kann das reine Signal der Urquelle nicht empfangen werden. Eckhart forderte daher eine radikale Entleerung: „Gott kann erst dann in dir wirken, wenn du leer bist von allem geschaffenen Werk.“

​Wer in dieser vollkommenen inneren Abgeschiedenheit ruht, steht zwar noch im physischen Körper auf der Erde, nimmt aber an den äußeren Dramen der Matrix nicht mehr teil. Die weltlichen Stürme ziehen an ihm vorbei, weil sein innerer Tresor versiegelt ist.

​​Franz von Assisi im Handeln und Meister Eckhart im Denken leiteten exakt denselben Mechanismus ein. Das Beenden der Zeit-Loop von innen heraus.

​Sie erkannten, dass die äußeren Tempel, die dogmatischen Pflichten und die hysterischen Anforderungen der Welt nur Ablenkungen sind, um den Funken im Rad der Zeit gefangen zu halten. Ihr Vermächtnis an jeden suchenden Geist ist zeitlos.

​Du musst die Welt nicht im Außen zerstören, um frei zu sein. Du musst nur aufhören, sie mit deiner Energie zu füttern. Im Augenblick der absoluten inneren Stille und des Loslassens bricht die Simulation zusammen – und der Weg zurück in die Urquelle ist frei.

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